Das Aus für alternative Clients? – Neue API-Richtlinie für Twitter

Bereits gestern ging ein Aufschrei durch die Entwicklergemeinde, die sich auf Apps und Dienste für Twitter spezialisiert haben. Durch die aktuellen traurigen Ereignisse in Japan überliest man mal solche Meldungen sicher mal, was ich hier unbewertet lassen möchte.

Auf jeden Fall hat Twitter aktualisierte API-Richtlinien veröffentlicht, welche darauf abzielen, alternative Twitter-Clients auszurotten. Das Unternehmen sucht anscheinend verzweifelt nach einem Geschäftsmodell und dieses lässt sich natürlich nur finden, wenn man die eigenen Nutzer auch an die eigene Software bindet.

Man störe sich an so mancher Umsetzung der freien Entwickler, welche auf Dauer angeblich die Nutzer verwirren würde. Dabei verschweigt man natürlich gekonnt, dass gerade diese Vielzahl an freien und meist kostenlosen Diensten maßgeblich zum Erfolg von Twitter beigetragen hat.

Bestehende Clients bleiben

Wer bereits einen Client auf dem Markt hat, soll diesen auch weiterhin anbieten dürfen, in erster Linie wird also der Zugang für weitere Alternativen erschwert. Allerdings müssen sich auch bestehende Lösungen deutlich strenger an Vorgaben von Twitter halten. So könnte es durchaus möglich sein, dass man in Zukunft gewisse Begriffe innerhalb eines Programms nicht mehr frei wählen kann, sondern auf die offiziellen Bezeichnungen zurückgreifen muss.

Denkbar wäre auch, dass Twitter auf die Nutzung des hauseigenen URL-Verkürzers t.co besteht. Die Aussage auf der Platzhalterseite klingt zumindest so, als ob man die Nutzung gerne durchsetzen würde. Dort heißt es nämlich:

Twitter benutzt die t.co Domain um seine Benutzer vor schädlichen Inhalten zu schützen, um Mehrwert für Entwickler zu liefern und als Signal für relevante und interessante Tweets.

Alternative?

Twitter selbst sagt, als Entwickler solle man sich auf Nischenlösungen und spezielle Tools zur Analyse spezialisieren. Vor allem Webangebote wie Seesmic Web oder HootSuite werden in diesem Zusammenhang genannt. Den von mir genutzten Client TweetDeck verschweigt man, dieser wird sicher auch der größte Konkurrent für die hauseigenen Twitter-App sein. Also im Grunde heißt das meiner Meinung nach:

Kümmert ihr euch mal um die Dinge, für die wir keine Zeit und kein Geld haben und überlasst uns doch bitteschön die Entwicklung der Clients.

Fazit

Für mich ist dieser Schritt aus unternehmerischer Sicht verständlich, denn ein Dienst, der nur eine Infrastruktur stellt, die von anderen kostenfrei genutzt wird, wird es auf Dauer schwer haben, profitabel zu arbeiten. Auf der anderen Seite sind natürlich die diversen Clients definitiv mit dem Erfolg von Twitter verbunden. Zudem ermöglichen diese eine Funktionserweiterung, welche die offiziellen Programme einfach nicht bieten.

Möchte man Multiaccount-Clients wie Seesmic oder TweetDeck, oder speziell angepasste für Netbooks, muss man zwanghaft auf Alternativen zurückgreifen. Für mich persönlich ist also jetzt wichtig, wie die Vorgaben für die bereits zugelassenen Clients in Zukunft aussehen werden. Ein ungutes Gefühl habe ich dennoch bei dieser Entwicklung, ihr auch?

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